230 Seiten und doch kein Ende

Da war ich doch ein wenig zu optimistisch. Eigentlich hatte ich gehofft früher mit dem Buch fertig zu sein und hatte auch das Ende schon komplett im Kopf. Beim Schreiben beziehungsweise nachts im Bett kamen mir dann weitere Ideen. Mit dem Krieg in Frankreich war ich fertig und habe mich dann Italien zugewandt. Da wollte ich zwar von Anfang an etwas zu schreiben, aber nun ist es doch deutlich ausführlicher geworden.

Stand heute habe ich 233 Seiten und auf die 250 werde ich sicherlich noch kommen. Allerdings fallen mir jetzt beim Schreiben schon wieder Dinge ein, die ich bei einer ersten Überarbeitung noch einbringen möchte. Dies betrifft sowohl nähere Beschreibungen meiner Charaktere, als auch der Landschaft, der Städte und Gebäude. Zum anderen möchte ich mehr herausstreichen, warum ich das Buch „Der Franzose“ genannt habe. Das ist auch an einigen Stellen zu kurz gekommen. Des Weiteren werde ich eine weitere Figur einführen, eine Frau. Bis jetzt habe ich nur Baroness Sophie Pougadolón und auch wenn das Buch zur Zeit des Ersten Weltkriegs spielt und im zweiten Teil vom Krieg handelt, möchte ich eine zweite Frau dabeihaben. Ihre Rolle habe ich ungefähr im Kopf, allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehört. Auf alle Fälle ist sie Italienerin. Auch die Kämpfe selbst möchte ich noch detaillierter beschreiben. Freischärler fehlen noch komplett.

Im ersten Teil des Buches will ich die Römer Konferenz näher beschreiben, mehr auf die Motive der Staatsführer eingehen. Ebenso muss ich noch einige Charaktere „dämonisieren“. Die erste Rohfassung liest sich zwar schon ganz gut, aber in der Überarbeitung muss noch mehr Tiefgang her. Ich muss zugeben, da hilft mir Twitter mit seinen Autoren ungemein. Ich hätte mich schon damals (2014), beim Schreiben von „Schlaflos“, dort anmelden sollen, um mir Tipps zu holen. Im Nachhinein wäre es sogar für 2009 gut gewesen, als ich mit Schlaflos angefangen habe. Vielleicht hätte ich es dann schon früher und besser veröffentlicht. Nun nutze ich die Tipps für „Der Franzose“ und daher muss ich mit der Veröffentlichung noch warten.

Dafür fallen mir jetzt schon Ideen für einen zweiten Teil ein. Der Name „Der Sternenhelm“ ist schon sicher und der Inhalt auch schon ungefähr. Da fange ich jetzt schon an mir Notizen zu machen. Selbst wenn ich erst Ende des Jahres oder 2018 damit beginne, will ich jetzt schon etwas plotten. Das Buch will ich noch besser schreiben, vor allem mit mehr Planung. Und diesmal will ich Papyrus noch mehr und von Anfang an nutzen. Ob es dann noch einen dritten Teil oder weitere Teile geben wird, weiß ich noch nicht. Auch einen Namen für diese Di-, Tri-, oder was auch immer logie habe ich nicht im Kopf. Das hat aber auch noch etwas Zeit. Vielleicht nenne ich sie auch „Der Franzose“, dann muss ich mir für das erste Buch aber einen anderen Titel suchen. Hmh, wieder ein Thema, über das ich mir beim Joggen Gedanken machen kann….

Die Antagonisten

Über den Antagonisten war ich mir eine Weile unsicher. Zuerst habe ich an Kaiser Wilhelm II. gedacht, aber mit einem Kaiser wollte ich den Protagonisten zumindest nicht direkt messen. Dann war Helmuth Johannes Ludwig von Moltke in der engeren Auswahl. Aufgrund seines hohen Alters habe ich aber davon abgesehen und lasse ihn auch in meinem Roman sterben.

Als dritte Möglichkeit habe ich die Figur von Franz Conrad von Hötzendorf ausgebaut, sie allerdings wenig später zusammengestrichen. Ich wollte keinen „realen“ Gegenspieler. Jetzt, wo ich aber das Buch weiter geschrieben habe, werde ich die Rolle doch wieder erweitern.

Nachdem also von Hötzendorf eigentlich herausgefallen war, brauchte ich einen neuen Antagonisten. Mittlerweile war ich im zweiten Teil des Buches, im Krieg, angekommen und daher entschied ich mich für einen Franzosen. General Jacques de Ihbé sollte er heißen. Ich weiß nicht, ob der General ein typischer Antagonist ist. Die Geschichte vom Protagonisten überstrahlt alles, da er gleichzeitig der Ich-Erzähler ist. Somit erfährt man wenig vom General und ich kann die Figur nicht wirklich ausbauen. Bei einer Überarbeitung werde ich dies aber versuchen. Ich weiß allerdings noch nicht wie.  

Wahrscheinlich werde ich, wenn ich sowohl die Rolle von Hötzendorf als auch von de Ihbé überarbeitet habe, zwei Antagonisten haben. Mein Buch lässt sich gut in zwei Teile unterteilen und da machen zwei Antagonisten Sinn.

Ich muss sie nur bei einer Überarbeitung stärker herausstellen…

Weitere Figuren (Teil 2)

Im zweiten Teil meiner Nebenfiguren geht es um fiktive Personen. Natürlich hätte ich auch nur reale Personen nehmen können, da fast jeder Hauptmann, Major und auch viele Soldaten namentlich bekannt sind. Ich hätte mich auch nicht an deren reales Leben halten müssen und vielleicht hätten Offiziere bei mir überlebt, die damals im Ersten Weltkrieg gefallen waren oder umgekehrt. Ich habe mich aber trotzdem in einigen Fällen für fiktive Personen entschieden.

László Hrvagy

Hrvagy ist ein ungarischer Oberst, den der Protagonist schon 1913 kennengelernt hat und nun in Budapest wieder trifft. Hrvagy  gehört einem Geheimbund an und hilft dem Protagonisten, benötigt diesen aber auch für seine Aufgaben. Im Krieg verschwindet er aus meinem Roman. Im Kopf habe ich schon Ideen für einen Folgeroman und da würde Hrvagy eine große Rolle spielen. Vielleicht darf er dies auch schon am Ende von „Der Franzose“.

Oberst von Nagelschmiedt

Von Nagelschmiedt gehört dem gleichen Geheimbund an wie Hrvagy. Sein Anteil an meinem Roman ist noch kleiner, allerdings wird er auf alle Fälle zum Schluss wieder auftauchen.

Franz von Jagel

Franz von Jagel ist ein Offizier im selben Bataillon wie der Protagonist, allerdings Hauptmann in einer anderen Kompanie. Zusammen bestreiten sie mehrere Schlachten.

Hauptmann Wolf

Der Hauptmann ist der Nachfolger vom Protagonisten als Hauptmann der Kompanie. Ebenso wie die anderen fiktiven Nebenfiguren hat er eigentlich nur eine kleine Rolle.

Major Blociszewski

Der Major wird später der Befehlshaber des Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3, in dem auch der Protagonist gedient hat. Ihn erwähne ich immer wieder, allerdings handelt er selten proaktiv.

Leutnant Rüllmann

Ihn nutze ich ebenso wie Franz von Jagel für einen teilweisen Gegenentwurf zum Protagonisten bezüglich Moral und Verhalten gegenüber den Franzosen.

Baroness Sophie Pougadolón

Natürlich darf auch eine Frau nicht fehlen. Im Mittelteil spielt sie eine kleine Rolle und am Schluss wird sie noch eine Hauptrolle spielen. Ob es wirklich zu einer Liebesgeschichte in diesem Buch kommt, bin ich mir aber nicht mehr so sicher. Allerdings bin ich mir beim Namen noch unsicher. Den werde ich wahrscheinlich noch ändern.

Comte Sebastien Julien Pougadolón

Der Vater von ihr. Auch er spielt im Mittelteil eine Rolle, ebenso am Schluss und ihn nutze ich für Gespräche über die Völkerverständigung zwischen Franzosen und Deutschen.

Kleinere „fiktive“ Nebenrollen

Die meisten fiktiven Nebenrollen sind klein, da die realen Persönlichkeiten den meisten Raum nach dem Protagonisten einnehmen. Daher gibt es keine erwähnenswerten noch kleinen Nebenrollen.

Weitere Figuren (Teil 1)

Im ersten Teil meiner Nebenfiguren geht es um reale Personen. In einem alternativweltgeschichtlichen Roman, der zur Zeit des Ersten Weltkriegs im Deutschen Reich spielt, müssen bestimmte Menschen einfach vorkommen.

Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg

Einer der wichtigsten Personen während der Julikrise war sicherlich der deutsche Reichskanzler.  In der Realität war er eher ein Getriebener, der diesen Weltkrieg nicht unbedingt gewollt hatte, aber dennoch Entscheidungen traf, die diesen herbeiführten. In meinem Roman hilft er dem Protagonisten in der Julikrise den Krieg zu verhindern. Als dann ein Jahr später eine erneute Krise auftritt, folgt er aber dem Deutschen Kaiser, der diesen Krieg wünscht. Im ersten Teil des Buches, als der Protagonist noch in seinen Diensten ist, spielt er eine Hauptrolle. Nachher, als dieser in den Krieg zieht, treten andere Nebenfiguren in den Vordergrund.

Kaiser Wilhelm II.

Natürlich darf der Kaiser nicht fehlen. Er verhandelte zwar mit den Russen, ermunterte das Habsburger Reich zum Losschlagen gegen Serbien. Bei mir kann ihn Baron Ludwig Maximilian von Oberland-Pfaffenwinkel überreden, Österreich-Ungarn zurückzuhalten, dabei nehme ich Bezug auf das Zitat „Kapitulation demütigster Art“. Im Laufe des Buches, als das Deutsche und das Habsburger Reich militärisch stärker und Russland schwächer werden, drängt er dann aber auf einen Krieg.

Kronprinz Wilhelm von Preußen

Auch dessen Sohn ist dabei. Zu Beginn des Krieges erhielt der Kronprinz zwar das Kommando über eine Armee, geführt wurde sie allerdings von seinem Stabschef. Im Laufe des Krieges stellte er sich dann auf die Seite der Obersten Heeresleitung und demontierte so Reichskanzler von Bethmann-Hollweg. In meinem Roman hat er eine größere Rolle, was auch den Umständen um den Kaiser geschuldet ist. Darauf werde ich in einem (viel) späteren Beitrag noch eingehen.

Kronprinz Karl von Habsburg

Nach der Ermordung von Franz Ferdinand in Sarajevo wurde Karl der neue Kronprinz. Allerdings war er während der Julikrise nicht in die Entscheidungen eingebunden. 1916, nach dem Tode von Kaiser Franz Joseph, wurde Karl dann Kaiser, konnte aber die Niederlage im Krieg und die innenpolitischen Krisen nicht verhindern. Auch in meinem Roman ist er in die Entscheidungen nicht involviert und spielt nur eine Nebenrolle.

Generaloberst Alexander von Kluck

Der Generaloberst war Oberbefehlshaber der 1. Armee und wurde für das Scheitern des Schlieffen-Plans verantwortlich gemacht. Sein ungeduldiges und eigenmächtiges Vorgehen habe ich in meinem Buch übernommen. Er hat im zweiten Teil des Buches eine größere Rolle, da Baron Ludwig Maximilian von Oberland-Pfaffenwinkel ebenfalls in der 1. Armee dient.

Kleinere „reale“ Nebenrollen

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, der Chef des Großen Generalstabes. Wie in der Realität ist er auch bei mir ein Kriegstreiber. Als der Krieg beginnt, „verschwindet“ er aus meiner Geschichte.

Auch General von Lochow dient in der 1. Armee, spielt aber eine kleinere Rolle als der Generaloberst von Kluck.

Franz Conrad von Hötzendorf war der Chef des Generalstabes in Österreich-Ungarn. Auch er war ein Kriegstreiber und so bilde ich ihn auch ab. Er wird aber noch in der Julikrise entlassen, kehrt aber später zurück. Während des Krieges, als sich das Geschehen verlagert, spielt er dann keine Rolle mehr.

Die Julikrise

Direkt nach dem Attentat auf Franz Ferdinand wurden in Österreich-Ungarn die ersten Rufe nach einem sofortigen Angriff auf Serbien lauter. Schon früher wollten einige hochrangige Persönlichkeiten, vor allem Franz Conrad von Hötzendorf, der Chef des Generalstabs, gegen Serbien vorgehen und nun sahen sie dazu die Gelegenheit. Ein Blankoscheck von Deutschland gab den Kriegstreibern in Wien Rückendeckung und auch die Gefahr eines Eingreifens Russlands hinderte sie nicht an ihren Plänen. Am 23. Juli wurde den Serben ein Ultimatum übergeben, das so formuliert war, dass es nicht angenommen werden konnte. Das war den Männern im Habsburger Reich aber bewusst und so liefen auch frühzeitig die Vorbereitungen auf einen Krieg.

Von den Serben wurde das Ultimatum in den meisten Punkten angenommen, allerdings wurde die Antwort von Österreich-Ungarn zurückgewiesen. Am 28. Juli erklärten sie daher Serbien den Krieg und am nächsten Morgen wurde Belgrad beschossen. Danach machte Russland mobil und setzte das Deutsche Reich unter Druck. Deren Strategie war gewesen, zuerst Frankreich zu besiegen und danach Russland, weil sie davon ausgingen, dass Russland einige Wochen zur Mobilmachung benötigen würden. Daher stellten die Deutschen den Russen und den Franzosen und machten ebenfalls mobil. Als beide Staaten ablehnend antworteten, erklärte das Deutsche Reich den beiden den Krieg. Da sie dann, dem Schlieffen-Plan folgend, in Belgien einmarschierten, erklärte Großbritannien ihnen den Krieg. Somit waren die fünf größten Staaten Europas in einem Krieg verwickelt.

Zwei Bücher habe ich zu diesem Thema gelesen. Zum einen natürlich „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark. Das Buch habe ich 2013/2014 gelesen, also kurz nachdem es veröffentlicht worden war. Damals habe ich noch keine Rezensionen geschrieben, würde aber 5 Sterne vergeben. Es ist sehr gut geschrieben und ich habe vieles erfahren, was ich vorher noch nicht gewusst habe. Das zweite Buch ist „33 Tage – Der letzte Sommer dies alten Europa“ von Marko Rostek. Dazu habe ich ja auch eine Rezension geschrieben. (https://thomasablog.net/2016/05/23/rezension-zu-33-tage-der-letzte-sommer-dies-alten-europa-von-marko-rostek/). Ich würde aber „Die Schlafwandler“ empfehlen, da das Buch einfach deutlich besser ist. Der Roman wäre nur etwas für welche, die eine schnelle Lektüre als Einstieg zu dem Thema haben möchten.

In meinem Buch „Der Franzose“ nehme ich in der Julikrise einen anderen Weg. Mein Protagonist Baron Ludwig Maximilian von Oberland-Pfaffenwinkel kann als Adjutant vom Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg diesen und Kaiser Wilhelm II. von einem Frieden überzeugen. Auch in Österreich-Ungarn ist er mit Diplomatie erfolgreich, allerdings hat Franz Conrad von Hötzendorf schon den Angriff auf Serbien befohlen. Nachdem sich die Habsburgischen Truppen wieder zurückziehen und es zu einem Waffenstillstand kommt, treffen sich alle Parteien in Rom zu einer Konferenz. Und hier ändere ich komplett die Geschichte. Dazu aber später mehr.

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Der Protagonist

Meinen ersten Roman „Schlaflos – Die Leiden eines jungen Mannes“ habe ich aus der Sicht einer allwissenden dritten Person geschrieben. Bei „Der Franzose“ war von Anfang an klar, dass der Protagonist gleichzeitig der Ich-Erzähler ist. Schon beim Plotten und den ersten Sätzen war ich in der Ich-Perspektive und habe diese Sicht dann auch beibehalten. Doch wer ist der Protagonist?

Ich habe mir einen klangvollen Namen ausgesucht: Baron Ludwig Maximilian von Oberland-Pfaffenwinkel. Am Namen erkennt man auch sehr gut, woher er kommt: Aus meiner Gegend. „Schlaflos“ spielte in Mecklenburg-Vorpommern, der Protagonist in „Der Franzose“ kommt aus der Gegend von Murnau. Er wohnt in einem Schloss in Rieden am Staffelsee und wer den Ort kennt, weiß, welches Schloss ich meine. Wenn ich mal wieder vorbeifahren sollte, werde ich es fotografieren. Ludwig Maximilian wohnt dort alleine, sein jüngerer Bruder Johann Kaspar wohnt mit den Eltern noch im Anwesen in Bernried. Das Schloss in Rieden ist nicht unbedingt ein Hauptspielplatz, denn es spielt nur ein kleiner Teil der Handlung dort. Da das Buch im Deutschen Kaiserreich 1914 spielt, stand für mich auch fest, dass der Protagonist ein Adliger sein musste.

Ludwig Maximilian ist am Anfang ein Adjutant vom Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg, mit in die Julikrise involviert und kann das Geschehen entscheidend beeinflussen. Später im Buch wird Ludwig Offizier in der Armee des Deutschen Reiches und nimmt am Krieg teil. Am Anfang will er den Krieg verhindern, da er davon ausgeht, dass der Krieg nicht zu gewinnen ist. Später, als sich die Vorzeichen ändern, ist er an den Entscheidungen nicht mehr beteiligt. Im Krieg will er sich einen Namen machen, um als Kriegsheld heimkehren. Allerdings macht er dann im Laufe der Zeit einen Wandel durch.

Natürlich musste ich Ludwig so schaffen, dass er in die damalige Zeit passte. Einen aufrechten Demokraten im Kaiserreich, der für ein freies Europa eintritt, hätte einfach nicht gepasst. Anderseits wollte ich einen Protagonisten, der etwas fortschrittlicher ist und nicht unbedingt jeden Feind umbringen möchte. Ludwig sieht die Welt also etwas differenzierter, auch wenn er ein Anhänger der Monarchie ist.

Das Attentat von Sarajevo

Seit März 1914 war bekannt, dass der Thronfolger von Österreich-Ungarn, Erzherzog Franz Ferdinand, mit seiner Gemahlin ein Manöver in Bosnien besuchen wollten. Es war eine übliche Jahreszeit für Manöver, der Erzherzog nahm seit 1909 solche Besuche vor und durch den Besuch sollte das Ansehen des Habsburger Reiches etwas gestärkt werden. Als Attentäter wurden in Serbien junge Proserben rekrutiert, die eine kurze Waffenausbildung erhielten und im Mai 1914 nach Sarajevo reisten.

Die Sicherheitsvorkehrungen entlang der Strecke waren schlecht, da nicht genügend Personal vorhanden war. Insgesamt fuhren sechs Autos in einer Kolonne zum Rathaus von Sarajevo, wobei Franz Ferdinand im zweiten Wagen fuhr. Der erste Attentäter unternahm nichts, da er nicht wusste, in welchem Auto die Zielperson saß. Der zweite Attentäter, ein junger Mann namens Nedeljko Čabrinović, warf eine Bombe, die aber abgewehrt werden konnte. Der Mann konnte wenig später überwältigt werden. Die Kolonne fuhr weiter ins Rathaus. An der Strecke hielten sich zwei weitere Attentäter zurück, der eine aus Mitleid, der andere aus Angst.

Nach dem Besuch im Rathaus wollte Franz Ferdinand den verletzten Offizier im Spital besuchen, das allerdings am anderen Ende der Stadt lag. Der Landeschef Potiorek sicherte aber zu, dass dem Erzherzog nichts geschehen würde. Direkt vor dem nächsten Attentäter, Gavrilo Princip, musste das Auto wenden, da sich der Fahrer verfahren hatte. Princip zog seine Waffe und schoss zweimal auf Franz Ferdinand, der im Hals getroffen wurde, und seine Frau, die eine Kugel in den Unterleib bekam. Beide starben wenig später, Princip konnte festgenommen werden.

Auch wenn am Anfang nicht an eine Mitschuld von Serbien geglaubt wurde, gab es in Österreich-Ungarn mehrere Personen, die einen Krieg wollten, darunter Franz Conrad von Hötzendorf, der Chef des Generalstabes. Österreich-Ungarn erhielt Anfang Juli dann Rückendeckung vom Deutschen Reich und stellte am 23. Juli 1914 ein Ultimatum, das von Serbien als Ganzes nicht angenommen werden konnte. Noch während des Ultimatums wurde in Wien schon der Krieg vorbereitet, da viele diesen Krieg wollten und glaubten, dass es ein lokaler Krieg bleiben würde.  

Die meisten Attentäter wurden festgenommen. Die Minderjährigen bekamen eine lange Freiheitsstrafe, starben aber zum Teil an Tuberkulose im Gefängnis. Insgesamt drei Attentäter wurden hingerichtet.

Der unruhige Balkan 1914

Jahrhundertelang stand der Balkan unter der Herrschaft des osmanischen Reiches. 1453 war Konstantinopel gefallen, später folgten Griechenland, Serbien und Albanien. Zweimal, 1529 und 1683, standen osmanische Truppen sogar vor Wien, konnten aber zurückgeschlagen werden. Damit begannen auch der Niedergang und der Rückzug. Das Habsburger Reich konnte Ländereien wie Zentralungarn erobern und im 19. Jahrhundert wurden einige Staaten unabhängig: Griechenland (1830), Serbien, Rumänien und Montenegro (alle 1878).

Österreich-Ungarn sorgte durch die Bosnische Annexionskrise 1908 für Unruhe, sowohl im eigenen Reich als auch auf dem Balkan. Im Habsburger Reich war die Machtbalance bedroht, da sowohl die ungarische Reichshälfte, als auch die Kroaten Bosnien gerne verwaltet hätten. Bei einer Verwaltung durch die Kroaten wäre der Dualismus in Gefahr gewesen und ein Trialismus wäre erwachsen. Der Thronfolger Franz Ferdinand förderte einige Zeitlang diese Reform, wodurch er 1914 auch ein interessantes Ziel für ein Attentat war. Auf dem Balkan richtete sich die Annexion gegen Serbien, um ein Großserbien zu verhindern.

1912 kam es zum ersten Balkankrieg, als Bulgarien, Montenegro, Serbien und Griechenland das Osmanische Reich angriffen, um es aus Europa zu vertreiben. Dies gelang allerdings nicht, denn Istanbul und ein kleiner Rest konnten gehalten werden. Wenig später folgte der zweite Balkankrieg, da Bulgarien mit seinen Gewinnen nicht einverstanden war, allerdings diesen Krieg verlor und Land abtreten musste. Im Zuge des ersten Balkankrieges wurde Albanien unabhängig, auch auf Wunsch von Österreich-Ungarn, die Serbien keinen Meerzugang gewähren wollten. In Serbien selbst blieb der Wunsch nach einem Großserbien trotz oder wegen der Landgewinne aus den Balkankriegen weiter stark und als größter Feind wurde Österreich-Ungarn gesehen, das 1908 Bosnien-Herzegowina annektiert hatte. Zielsetzung zum Beispiel der „Schwarzen Hand“ war es, alle Gebiete, in denen Serben lebten, mit dem Königreich Serbien zu vereinen, wovon besonders Bosnien-Herzegowina und Kroatien betroffen waren. Beide Länder gehörten damals zu Österreich-Ungarn. Auch das Kosovo war ein Unruheherd, da sich sowohl Albanien als auch Serbien um dieses Gebiet stritten.

Durch die Annexionskrise und die Balkankriege war die Lunte gelegt, die zwei Jahre später zum Ersten Weltkrieg führen sollte.

Update: Erster Cover-Entwurf

Freitagabend letzte Woche(wohl eher Nacht, aber Abend klingt schöner) habe ich mich an den ersten Entwurf für das Cover gemacht. Ich habe schon Vorstellungen davon, wie das Cover ungefähr aussehen soll und habe mich daher bei www.pixabay.com wieder auf die Suche gemacht. Dort habe ich schon die Bilder für „Deutsche Außenpolitik 1871 bis 2015 im Zeichen von Reparationen“ gefunden. Auch in der Wikipedia habe ich geschaut, da man dort auch sehr viele Bilder verwenden darf, wenn man auf die Rechte achtet. Beim Sachbuch damals habe ich extra am Ende die Links zu den Bildern aufgeführt. Auch diesmal habe ich schöne Bilder gefunden, auch wenn ich ein bestimmtes vermisst habe.

Der erste Entwurf passt natürlich noch nicht, aber ich wollte einfach mal sehen, wie es ungefähr ausschauen könnte. Unsicher bin ich mir noch, ob ich das Bild über das komplette Cover legen soll, vielleicht noch weiter entzerre, damit man den Reichsadler erkennen kann. Die Bilder habe ich mit paint.net und GIMP bearbeitet und das Cover bei www.canvas.com erstellt. Nach den ersten Tagen bin ich mir sicher, dass das Cover so später nicht aussehen wird. Aber als Bild für die Homepage ist es ganz nett.

Ich werde also in nächster Zeit weitere Cover entwerfen. Außerdem bin ich wieder am Überlegen, mir das Cover erstellen zu lassen. Es gibt ja schließlich tausende da draußen, die es besser können als ich. Auch wenn ich eher jemand bin, der das selber machen will. Die Banner für „Schlaflos“, die auf meinem anderen Blog und bei Twitter zu sehen sind, habe ich damals erstellen lassen.  Das Cover hat aber noch Zeit, eigentlich braucht es erst kurz vor der Veröffentlichung fertig zu sein.

Update:

Das Wichtigste habe ich natürlich vergessen.

Das Cover:

der-franzose_cover

 

 

 

Worum geht es in dem Roman?

Der Roman beginnt am 29. Juni 1914, also einen Tag nach dem Attentat von Sarajevo. Der Ich-Erzähler und Protagonist Baron Ludwig Maximilian von Oberland Pfaffenwinkel wird von seinem Bruder über das Attentat informiert. Er ist Adjutant beim Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg und nach seinem Urlaub beteiligt an der Verhinderung des Ersten Weltkrieges. Zwar stellt Österreich-Ungarn Serbien das Ultimatum und greift an, aber ab da zweigt mein Roman von der Geschichte ab.

Auf der Römer Konferenz 1914 wird zwar kein Friedensvertrag geschlossen, aber zumindest ein Waffenstillstand, so dass eine Art Frieden herrscht. Bei dieser Konferenz schließt sich Italien schon dem Bündnis von Frankreich und Russland an, so wie dies in der Realität im Jahr 1915 geschah. Großbritannien verbündet sich daraufhin mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn, um die Balance of Power aufrecht zu erhalten. Diese Römer Konferenz werde ich bei einer Überarbeitung auf alle Fälle noch erweitern.

Aufgrund der damaligen Beteiligten und der politischen Situation war für mich klar, dass dieser Krieg ausbrechen würde und bei mir geschieht dies im Sommer 1915 aufgrund der Schwäche von Russland.

Nähere Infos folgen später, ich möchte ja noch nicht alles verraten 🙂

Die Auflösung wer „Der Franzose“ ist, wird es erst sehr spät auf diesem Blog geben. Sehr sehr spät 🙂